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Horizonte einer kulturellen Problematik Ein E-Mail-Gespräch mit Brian Holmes Geführt von Marion von Osten [04_2004] Atelier Europa Team: Die nächste Ausgabe von Multitudes ist dem Thema der kulturellen und kreativen Arbeit gewidmet. Können Sie erläutern warum und aus welcher Perspektive Sie kulturelle Arbeit und kre-ative Tätigkeiten betrachten, d.h. glauben Sie, dass es möglich ist, die immanente Dynamik postfordisti-scher Produktionsweisen durch diese spezifische Form von Arbeit und ihre Rahmenbedingungen erklären zu können? Brian Holmes: Tatsächlich haben wir ein Unterkapitel, das so genannte "mineure" von Multitudes no. 15 dem Thema "Kreativität und Arbeit" gewidmet. Im Kern besagt der Begriff der "immateriellen Arbeit", dass das Management von Informationen, aber auch das Zusammenspiel von Affekten für gegenwärtige Arbeitsprozesse entscheidend geworden ist – auch in den Fabriken, aber noch viel stärker in den zahlrei-chen Formen der Sprach-, Bild- und Raumproduktion. Arbeiter werden nicht mehr als tayloristische Goril-las behandelt werden, die ausschließlich auf der Grundlage ihrer körperlichen Kraft ausgebeutet werden. Der "Geist des Arbeiters" muss in die Produktionshallen herabkommen, von dort aus kann er dann größe-re Autonomie gewinnen, indem er in die flexiblen Arbeitsverhältnisse entweicht, die sich auf urbanem Territorium entwickeln. Diese Vorstellungen sind mittlerweile im Mainstream der Soziologie angekommen und viele Autoren ...
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